Wie zwei Bayern in Görlitz mit Gold durchstarten


Herbert und Constantin Behr handeln in Görlitz mit Gold und anderen Edelmetallen. Ihr Unternehmen Golden Gates mit 13.000 Kunden europaweit wurde vom Focus gerade zu einem der wachstumsstärksten Unternehmen gekürt.

Constantin Behr Herbert Behr Golden Gates

Sohn Constantin Behr und Vater Herbert Behr (Foto: Golden Gates Edelmetalle GmbH)

Seit 2012 sind Vater Herbert und Sohn Constantin Behr mit ihrem Edelmetall-Unternehmen im sächsischen Görlitz ansässig. Golden Gates hat inzwischen 13.000 Kunden in elf Staaten Europas. Doch nicht nur die Kunden, sondern auch die Experten sind längst auf das Familienunternehmen aufmerksam geworden.

Das heute veröffentlichte Focus Spezial „Wachstumschampions 2017“ führt Golden Gates als viertbestes von 64 Unternehmen ihrer Branche und auf Platz 31 in der branchenübergreifenden Liste der 500 wachstumsstärksten Unternehmen der vergangenen Jahre. Immerhin 12.500 Unternehmen hatten an der Erhebung teilgenommen.

Herbert und Constantin Behr gehen nach Bautzen

„Wir haben aber auch tolle Wachstumswerte“, zitiert die Sächsische Zeitung den Vater Herbert Behr. Der 63-Jährige hat Physik studiert. Schon früh forschte er zu Technologiemetallen. Nach einigen Jahren als Finanzdienstleister machte er sich 2012 schließlich mit seiner Leidenschaft selbstständig.

Im Jahr 2008 war Herbert Behr dazu mit seiner Familie vom Allgäu zunächst ins sächsische Bautzen gezogen, im Jahr 2011 schließlich nach Görlitz. Sein Sohn Constantin Behr folgte Anfang 2014. Es war nicht schwer, ihn zu überzeugen. „I brauch di“, hatte der Vater auf Schwäbisch zu ihm gesagt. „Guad“, hatte der Junior geantwortet.

Görlitz habe ihm schon lange gefallen, sagt Herbert Behr, der schon als Finanzdienstleister oft in Sachsen zu tun gehabt hatte. Zudem sei die kleine sächsische Stadt günstig. Und noch einen weiteren Vorteil hat die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt mitten im Betätigungsgebiet von Golden Gates, das auch in Polen, Tschechien und Slowakei Kunden hat.

Wer sind die Kunden von Golden Gates?

Die Kunden von Golden Gates Edelmetalle sind zu 99 Prozent Privatpersonen. Es sind Menschen, die Papiergeld für keine geeignete Altersvorsorge halten. Gold kann man bei Herbert und Constantin Behr in vielerlei Form bekommen, zum Beispiel eine Krügerrand-Unze für aktuell rund 1.150 Euro auf die Hand.

Wer nicht so viel Geld auf einen Schlag investieren kann oder will, für den gibt es bei Golden Gates Sparverträge. Der Kunde zahlt dazu über einen längeren Zeitraum regelmäßig 50 Euro oder mehr ein. Nach einer Weile bekommt er dann von Herbert und Constantin Behr das physische Gold ganz bequem per Post nach Hause geliefert.

Ab Januar können die Kunden auch zum Golden-Gates-Firmensitz am Görlitzer Demianiplatz kommen und dort ihr Altgold schätzen lassen, etwa den geerbten Schmuck. Die entsprechende Apparatur dazu haben Herbert und Constantin Behr bereits bestellt. Auch die sofortige Auszahlung wird möglich sein.

Gold, Silber, Indium, Germanium, Gallium oder Hafnium?

„Mit Gold haben wir angefangen, dann kamen auch andere Metalle dazu“, sagt Herbert Behr. Neben Silber gehören dazu inzwischen auch Indium, Germanium, Gallium oder Hafnium. Letztere sind allesamt wichtige Industrierohstoffe. Man braucht sie etwa für Handys, LED-Lampen, Solarplatten, Glasfaserkabel, medizinische Anlagen, Flugzeugteile und Turbinen.

Wegen der vielen Verwendungsmöglichkeiten ist die Nachfrage nach diesen speziellen Edelmetallen groß. Doch die Vorkommen in Indien, China oder Südamerika sind begrenzt. Aus diesem Grund gewinnen diese Edelmetalle immer mehr an Wert. In den nächsten Jahren rechnen Herbert und Constantin Behr mit Preisverdopplungen.

Im vergangenen Jahr führten wir ein ausführliches sehr lesenswertes Interview mit Herbert Behr. Darin warnt er Goldkäufer davor, kurzfristige Gewinne zu erwarten. Seine damalige Vorhersage, dass der Goldpreis im Jahr 2015 seine Talsohle erreicht habe, hat sich als richtig erwiesen.